Krakau - Einzelausstellung im Österreichischen Generalkonsulat

Hauptwerk der Ausstellung ist die Installation "Biografische Skizzen - Die hellen und die finsteren Zeiten". Nach Hilde Spiels eigener Biographie 1. Teil "Die hellen und die finsteren Zeiten". Sie schreibt an einer Stelle "Das Helle und das Finstere hatten für mich dasselbe Gewicht". Ich habe das Buch gekauft und schon beim Titel innegehalten. Beeindruckt, der in den wenigen Worten so viel beschreibt, alles was Leben bedeutet, sich Helles und Finsteres zumindest gerade noch stützt und schützt.

Wollte erst nachdenken, wie das so geschieht, was ich darüber denken kann, nachdenken, bevor ich im Buch lesen werde.

Hilde Spiel Stimme aus dem Radio war prägend für meine Kindheit. Zuhören. Mit feiner, leicht zittriger (so ich als Kind empfundenen), brüchiger Stimme berichtete, erzählte sie, sprach irgendwie bedeutende Sätze und Worte durch das Radio. Es war das Mittagsjournal, wenn sie sprach, wir saßen beim Essen und waren alle ähnlich angehalten still. In ihrer Stimme war gleichsam Klang und Schweigen. Sprechen und Nachdenken gleichzeitig. Jedes Wort fühlte sich oder hörte sich bedeutend an und wohlüberlegt. 

Zusammenhang mit meiner Geburt, den Umständen, den bruchstückhaft immer wieder Bildern daraus, woben sich ein. Es war klar, Fragen konnten weder gestellt, noch beantwortet werden und trotzdem hatte manches Wort auch in meine Geschichte gepasst, einen Zusammenhang offen gelegt. Wie war es möglich, dass ich unbeschadet am Leben bin, nach all den Berichten. Geboren wohl an einem Ort, den ich nie im Leben werde sehen können, dürfen. Das war unverrückbar. Nur wenige Fotos und Schilderungen von einem Ort, den es galt, zu vergessen.

Details
Jahr
1998
Ort
Krakau, Österreichisches Generalkonsulat, PL
Einladungsflyer / Presse / Publikation
Impressionen
Ausgewählte Werke